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BHC: GEREIFT DURCH PERSÖNLICHE NIEDERLAGEN

David Schmidt kam über Umwege zum Handball. Foto: Andreas Fischer

Der Bergische HC hat sich unter Trainer Sebastian Hinze zu einer anerkannt guten Adresse entwickelt.

Längst ist die Liqui-Molly-Handball-Bundesliga für den Bergischen HC kein Abenteuer mehr, bei dem die Verantwortlichen sich damit zufriedengeben, wenn der Klassenerhalt frühzeitig geschafft ist. Obwohl der Wiederaufstieg 2018 gerade mal knapp drei Jahre her ist, hat es die Mannschaft um Trainer Sebastian Hinze geschafft, sich schon in der dritten Spielzeit nach ihrer Rückkehr zu einer festen Größe in der stärksten Liga der Welt zu entwickeln. Zur Entwicklung von Mannschaft und Umfeld gehört sicherlich auch der bittere Abstieg 2017, der die Löwen-Fans, Mannschaft und Verantwortliche noch einmal zusammenrücken ließ. Vor allem aber in der Persönlichkeit von Hinze, der von „Seppel“ zu Sebastian wurde, hat der Abstieg sehr viel reifen lassen.

„Der Abstieg war wie eine persönliche Niederlage. Das kann auch der souveräne Wiederaufstieg nicht gut machen“, spricht Hinze mit einigem zeitlichen Abstand von den einschneidenden Erfahrungen seines beruflichen Lebens. Dass der bald 42-Jährige, der mittlerweile zu dem gefragtesten Trainer der Liga gehört, sich in Ruhe entwickeln konnte, ist auch ein Verdienst von Jörg Föste.

Der Geschäftsführer Sport hielt auch in den stürmischsten Zeiten Hinze die Treue, der wie kaum jemand sonst das vom Föste für so wichtig gehaltenen „BHC-Gen“ verkörpert. Und während bei anderen Clubs immer wieder über die Vertragslaufzeiten gesprochen wird, ist dieses Thema beim Bergischen HC tabu.

Keiner weiß, wie lange der Kontrakt läuft. Dass Hinze, der zuletzt im Spiel gegen die bis dahin als Mannschaft der Stunde geltenden Balinger seine taktischen Fähigkeiten unter Beweis stellte und sogar von Balingens Chefcoach Bürki gelobt wurde – und außerdem die Begehrlichkeiten von Topteams geweckt hat, ist kaum verwunderlich. Natürlich gab es auch dazu aus dem BHC-Lager keinerlei Kommentare.

David Schmidt: Als Spätstarter vom Fußball zum Europapokalsieger und über Umwege ins Bergische

Aber nicht nur der Coach sondern auch seine Spieler gefallen in der Liga. So gehört Natio- naltrainer Alfred Gislason zu den größten Be- obachtern des BHC-Kaders. „Der BHC ist kein kleiner Verein in der Bundesliga. Er verfügt über ein Team, das vor allem zu Hause jeden schlagen kann“, sagte der Isländer bei seiner ersten Pressekonferenz im Solinger Modehaus Walbusch und hob gegenüber dem Solinger Tageblatt die „außerordentlich gute“ Arbeit bei den Löwen hervor – hat Sebastian Hinze doch bewiesen, dass Nationalmannschaftsanwärter beim BHC gut aufgehoben sind und Entwicklungsmöglichkeiten haben. So durfte neben Linkshänder David Schmidt als Nachrücker auch Lukas Stutzke die WM-Atmosphäre genießen. Schmidt, der das aktuelle Coverfoto von ALLES HANDBALL ziert, ist übrigens ein Spätstarter und wurde vom ehemaligen Nationalcoach Christian Prokop – selbst ein Mann mit Wuppertaler Vergangenheit – zur Nationalmannschaft berufen.

Dass Schmidt zum Handball kam, ist allerdings reiner Zufall. Wie Journalist Wolfram Braxmaier im „Badischen Tagblatt“ Ende Januar berichtete, sollte der 27-jährige nach den Wünschen seines Vaters Michael, wie dieser selbst ein erfolgreicher Kicker werden. So habe Schmidt anfangs für den TSV Spessart auf dem Rasen gestanden. Im Gespräch mit Braxmaier berichtet Papa Schmidt, dass der kleine David nach einem sechs Monate dauernden Ausflug zum Handball die Lust daran schon wieder verlor. Doch ein Klassenkamerad überredete ihn, weiter Handball zu spielen. Wofür ihm die BHC-Fans heute dankbar sein können.

Durch den Wechsel fand Schmidt offensicht- lich auch die Freude wieder. So soll der Teenie Braxmaiers Recherchen zufolge sogar an einem Tag verbotenerweise in der C-, B- und A-Jugend gespielt haben. Über das Leistungszentrum der Rhein-Neckar Löwen schaffte David Schmidt über die Junioren und die 2. Mannschaft den Sprung in den Bundesligakader, mit dem er 2013 sogar den EHF-Pokal gewann.

Durch die Internatonale Konkurrenz auf seiner Position 2015 zu TSG Friesenheim mit denen er 2017 den Aufstieg in die Bundesliga aufstieg. Nach einer Zwischenstation beim TVB Stuttgart führte sein Weg zum BHC. Das was man Schmidt ansieht, bestätigt Vater Michael Schmidt dem Journalistenkollegen Braxmaier: „David fühlt sich sehr wohl dort. Ein sehr professionell geführter Verein“, sagt der frühere Unternehmenslenker gegenüber dem Badischen Tagblatt.

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