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DHB Herren

MARTIN SCHNEIDER ANALYSIERT DEUTSCHE EM-LEISTUNG

Martin Schneider interviewt Jogi Bitter nach einem Spiel der Deutschen. Foto: Martin Schneider

Mit Martin Schneider war bei der Handball-Europameisterschaft im Januar, außer den sieben Akteuren des Bergischen HC, auch ein waschechter Wuppertaler dabei. Dabei ist der 52-jährige Fernsehreporter im Dienste des ZDF erst richtig ins „Schwitzen“ gekommen, wenn die Spieler auf der Platte ihre Partien hinter sich gebracht haben.

So hat das sportliche Multitalent beispielsweise beim Auftaktspiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande (34:23) die ZDF-Zuschauer mit Interviews versorgt.

Über das gesamte Turnier war Martin Schneider ganz eng an den Deutschen Handballspielern dran. Zudem begleitete er für das Streamingformat des ZDF einige Spiele der deutschen Konkurrenten. Nach seiner Rückkehr befragte ALLES HANDBALL den Vorsitzenden des Vereins Bergische Sportpresse (VBS) zu seinen Erlebnissen rund um den DHB. 

Wie hast Du die Turnierleistung und den fünften Platz der Deutschen gesehen? 

Martin Schneider Meines Erachtens war die Platzierung völlig gerechtfertigt. Schlechter als Rang fünf waren sie wirklich nicht. Besser aber auch nicht. Dafür haben einige Spieler wie Kai Häfner, Julius Kühn und Paul Drux im Rückraum nicht ihr Potenzial abgerufen. 

Woran lag das? 

Schneider Insgesamt war die Mannschaft auf diesem Niveau zu unerfahren. Viele Spieler sind in ihren Vereinen Stammkräfte, spielen mit diesen aber nicht in der Championslaeuge . Das macht sich gerade bei solchen Turnieren gerade gegen die großen Gegner bemerkbar. 

Es wurde in der Handballcommunity während des Turniers immer wieder diskutiert. Zum einen über die schwankende Form des Teams, zum anderen aber über das Verhältnis zwischen dem DHB-Präsidium in Persona von Bob Hanning und Bundestrainer Christian Prokop. Woran lag das? 

Schneider Die Leistungen waren, bis auf das Spiel gegen Spanien alle okay. Die Mannschaft hat sich später gesteigert und ist zusammengerückt. Die Diskussionen kamen ja vor allem nach Bob Hannings Aussage „Ich will sehen, was die Mannschaft mit dem Trainer macht“ hoch. Dadurch haben Wortführer wie Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek sich auf die Seite des Trainers gestellt. Mit Platz fünf hatte die EM ja letztlich auch ein gutes Ende! 

Warum hat Hanning das gemacht? 

Schneider Bob Hanning polarisiert mit seinem Handeln und seinen Aussagen ja immer wieder. Vielleicht wollte er das genau so, und hat es absichtlich mit diesem Ziel platziert. 

Nun ist Prokop entlassen und durch Alfred Gislason ersetzt worden. Hättest Du das in der Form erwartet? 

Schneider Eigentlich nicht. Spannungen waren spürbar, aber ich hätte gedacht, dass sie das intern klären und es noch hinbekommen. Meist sind solche Diskussionen weniger dramatisch. 

Warum musste Prokop gehen? 

Schneider Offensichtlich ist der Zwist zwischen den beiden doch größer gewesen, als gedacht. Außerdem hat offenbar die Analyse ergeben, dass die Arbeit Prokops intern schlechter bewertet wurde. Für mich aber der wichtigste Grund: Es herrschte Zeitdruck, da Alfred Gislason kurz davor stand im Ausland Nationaltrainer zu werden. Deswegen haben Uwe Schwenker (HBL-Präsident) und Hanning auf dem Markt zugeschlagen. 

Was hältst du von dem Isländer Gislason als Bundestrainer? 

Schneider Er ist – wie übrigens Prokop auch – ein ausgewiesener Fachmann, auch strategisch ein gewiefter Taktiker. Im Gegensatz zu Prokop hat er die gewisse Aura, warum ihm seine Spieler wohl eher „blind“ folgen als seinem Vorgänger. 

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