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KOMMENTAR: EINE PERSPEKTIVE MIT LEICHT-BITTEREM BEIGESCHMACK

Vorab: Es freut mich für den Bergischen HC und uns Handball-Freunde, dass die Macher des Bundesligisten endlich greifbare Perspektiven geliefert bekommen. Dabei zeigt sich, welche Wertschätzung die Städte und ihre Politiker dem Leistungssport und seinen Vereinen entgegenbringen. Nicht zum ersten Mal machen dabei die Volksvertreter und die Verwaltungsspitze Wuppertals eine mehr als schlechte Figur.

“Wuppertal leuchten lassen” – das ist das Mantra von OB Uwe Schneidewind in allen Bereichen. Im Sport sprühen allerdings nicht einmal Funken. In seinem Programm #FokusWuppertal findet der Sport gar nicht statt. Die Multifunktionsarena, die vor allem die Heimspielstätte des Bergischen HC werden soll, wird wohl in Solingen gebaut – die letztendliche Entscheidung der Stadträte in Wuppertal und Solingen steht noch aus. Dies sei ein Gewinn für die Bergische Region, sagt die Stadtspitze. De facto aber, ist das ein Verlust, sage ich.

Die Begründung des Stadtkämmerers Johannes Slawig lautet, in Wuppertal gäbe es keinen geeigneten und finanzierbaren Standort. Aber hat man auch eine intensive und transparente Suche bei der Standortauswahl und der Finanzierungsmöglichkeiten betrieben? Die Wuppertaler Politik stellt das in Frage, bemängelt zu Recht fehlende Informationen – allerdings ohne sich in der Vergangenheit selbst energisch zu Wort gemeldet zu haben. In Wuppertal sind mehrere Standorte schnell ausgeschlossen, letztlich aber nur einer wirklich geprüft worden: der Wicküler Park.

Bei allen möglichen Optionen wäre das Gelände des ehemaligen Spaßbades Bergische Sonne auf Lichtscheid aus meiner Sicht der am besten geeignete Standort gewesen. Inzwischen hat die Stadt Wuppertal diese Fläche gekauft, um mit dem SmartTec-Campus innovatives Gewerbe anzusiedeln. Sicherlich ist dies auch wichtig, aber wurde hier einmal mehr eine Sport- und Freizeitfläche für Gewerbe geopfert. Und nebenbei: Auch eine Multifunktionsarena wäre ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt.

Die Betriebskosten sind laut eines Projekt- und Betriebsführungskonzeptes finanzierbar. Unterm Strich fehlen in Wuppertal laut Kämmerer eine bis anderthalb Millionen Euro. Viel Geld, aber auch nicht so viel, als dass hierfür keine Investoren oder Förderprogramme gefunden werden können. Und Fördermittel, die in Solingen eingeplant werden, können in Wuppertal nicht zum Tragen kommen? Die ausführliche Erklärung dafür fehlt bislang. Und so darf es niemanden wundern, dass viele Fans des BHC aus Wuppertal diese Entscheidung nicht nachvollziehen können.

In Solingen dagegen hat sich Oberbürgermeister Tim Kurzbach nach vorne gestellt und sich klar positioniert: “Wir wollen dem BHC eine Heimspielstätte bieten!” So ganz ausgereift sind die Pläne und das Betreibermodell zwar noch nicht, aber es gibt zumindest ein klares Bekenntnis. Ich vermisse die Fürsprecher und Kämpfer für den Sport in Wuppertal. Das gilt für den Amateur- und Breitensport genauso wie eben für den zuschauerwirksamen Profisport. So wird das Oberzentrum Wuppertal jedenfalls nicht leuchten, sondern von Solingen in den Schatten gestellt. Ich zünde deshalb heute Abend mal ein Kerzchen für den Sport in Wuppertal an…

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